BF2016

 

Wissenschaftliche Begleitforschung im Forschungsbereich "Energie in Gebäuden und Quartieren"

Die RWTH Aachen University, vertreten durch die Lehrstühle für Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC) und Energieeffizientes Bauen (E3D), hat zusammen mit drei Fraunhofer Instituten am Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur wissenschaftlichen Begleitforschung im Forschungsbereich "Energie in Gebäuden und Quartieren" teilgenommen und am 08.12.2015 den Forschungsauftrag erhalten.

Projektlaufzeit:

01/2016 bis 12/2019

Förderung:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Projektkonsortium:

  • RWTH Aachen, E.ON Energy Research Center, Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC)
  • RWTH Aachen, Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen (E3D)
  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT)
  • Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP)
  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST)

Gesamtziel des Vorhabens

Die geplante Energiewende ist der zentrale Treiber für Forschungsaktivitäten im Industrie-, Transport- und Gebäudebereich. Nach Angaben der Bundesregierung sind die klimapolitischen Ziele für das Jahr 2020 durch bisherige Anstrengungen im Gebäudebereich nicht zu erreichen, daher sind zusätzliche Einsparungen im Bereich der Primärenergie von ca. 10% bis 13% sowie eine zusätzliche CO2-Einsparung von ca. 5% bis 8% notwendig.

Der in den letzten Jahren nicht ausreichenden Senkung des Energieverbrauchs wird mit breit aufgestellten Handlungsstrategien begegnet. Der Gebäudebereich, mit einem Anteil von 38% am Endenergieverbrauch, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Energiewende. Vom einzelnen Gebäude bis hin zu Quartieren und Siedlungsräumen bieten sich viele Ansatzpunkte zur Steigerung der Energieeffizienz. Neben der Steigerung der Energieeffizienz spielt für die Erfüllung der energiepolitischen Ziele der Energiewende die Kopplung der Wärme- und Stromversorgungssysteme eine zentrale Rolle. Gegenüber dem Jahr 2008 soll der Primärenergiebedarf in diesem Bereich um 80% gesenkt werden.

Durch den intelligenten Einsatz und die Vernetzung neuer Technologien lässt sich das Potential heben und weiter ausbauen. Bis zum heutigen Tage wird dieses Ziel durch die Förderschwerpunkte Energieoptimiertes Bauen (EnOB), Niedertemperatur-Solarthermie, Energieeffiziente Stadt (EnEff:Stadt), Energieeffiziente Wärmeversorgung (EnEff:Wärme) sowie Energiespeicher verfolgt und vorangetrieben. Die künftige wissenschaftliche Begleitforschung in diesem Forschungsbereich ist dem Forschungsnetzwerk "Energie in Gebäuden und Quartieren" als übergreifender Struktur zugeordnet und umfasst alle darunter fallende Förderaktivitäten des BMWi.

Das Konsortium der BF2016

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat dem Konsortium zum 01.01.2016 den Forschungsauftrag der wissenschaftlichen Begleitforschung im Forschungsbereich „Energie in Gebäuden und Quartieren“ übergeben. Das Konsortium besteht aus erfahrenen und bewährten Experten, die bereits viele Jahre erfolgreich in der Begleitforschung tätig waren. Dieses eingespielte Team wurde um neue Mitglieder ergänzt, so dass alle relevanten Forschungsfelder kompetent betreut werden. Das Konsortium arbeitet als Team mit folgenden Partnern zusammen:

  • RWTH Aachen University mit den Lehrstühlen für Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC) und Energieeffizientes Bauen (E3D)
  • der Fraunhofer-Gesellschaft mit den Instituten für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT), für Bauphysik (IBP) und für Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST)

Wissenschaftliche Arbeitsziele des Vorhabens

Durch die Initiierung eines Wettbewerbs durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für eine neue Form der Begleitforschung wurde vom Ministerium ein breiter Ansatz gewählt. Das Konsortium folgt diesem Ziel mit einem interdisziplinären Team, das sowohl die Kompetenz in angewandter Forschung als auch technologischer Entwicklung in enger Kooperation mit Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft mitbringt. Durch das interdisziplinär aufgestellte Team bieten sich weitreichende Möglichkeiten für systemübergreifende Ansätze und zur Neuausrichtung der anwendungsnahen Forschungsförderung im Energiebereich.

Die neue Ausrichtung der Begleitforschung ermöglicht, eine engere Verzahnung sämtlicher geförderter Projekte und neue Wege für mehr Energieeffizienz zu schaffen. Denn nur mit neuen Technologien und Konzepten gelingt die Transformation der Energiesysteme mit den geforderten Energieeinsparungen und dem Ausbau an erneuerbaren Energien. Die neue Begleitforschung ermöglicht durch ihre interdisziplinäre Ausrichtung sowie die begleitende Querschnittsanalyse die Schaffung neuer übergreifender und systemorientierter Forschungsansätze in den Bereichen mit besonderer Relevanz für die Energiewende.

Durch eine systematische Erhebung des Forschungsbedarfs, eine methodisch abgesicherte Querauswertung laufender und abgeschlossener Projekte sowie die Bereitstellungen von Werkzeugen und Erkenntnissen für alle Akteure auf dem wachsenden Markt für Energieeffizienz wird insbesondere auch unter Einbeziehung der Lehre ein substantieller Beitrag zur nachhaltigen Verwendung der bereitgestellten Mittel geleistet.

Im Rahmen dieser Begleitforschung sollen neben rein technisch-wirtschaftlichen Fragestellungen auch die sozioökonomischen Rahmenbedingungen analysiert werden. Denn letztlich wird der Erfolgsgrad eines Projektes nicht ausschließlich von der Technik oder den eingesetzten Werkzeugen bestimmt. Vielmehr muss auch dem Planungsprozess, der Projektstruktur, den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie dem soziologischen Mehrwert, der Akzeptanz aller Beteiligten und der kommunalen Wirkung Rechnung getragen werden.